Mit „Narri, Narro“ und „Ahoi“ das närrische Fasnet-Treiben in Dornstetten erlebt

Dass „Narri, Narro“ und „ Ahoi“ bestens zusammen passen und fröhlich gemeinsam Fastnet oder Karneval feiern können, stellten  fünfzig  Reilinger beim närrischen Festumzug und dem anschließenden 20. Dornstetter Narrengericht im Schwarzwald fest.


Bereits bei der Ankunft wurden sie mit der Reilinger Hasenfahne (die der Dornstetter Bürgermeister Bernhard Haas zu diesem Anlass wieder herausrücken musste) und einem großem blauen Begrüßungsschild von Andreas Ammer, dem Zeremonienmeister der „Dornstetter Drillerhansele“ und Carolin Baier, der Kulturamtsleiterin herzlich empfangen. Da auf der Fahrt nach Dornstetten bereits  närrisch vor gefeiert wurde, war dieser sympathische Empfang ein toller Einstieg in die schwäbisch-alemannische Fasnet.

 

In der Stadthalle war bereits der Empfang der Zunftmeister aller teilnehmenden Zünfte oder Gruppierungen durch die „Narrenzunft Dornstetten 1992“ im Gange. Bürgermeister Stefan Weisbrod sowie die Vorsitzende der Kultur- und Sportgemeinschaft Sabine Petzold hatten die Ehre, sich in das „goldene Zunftbuch“ zum 20. Narrengericht einzutragen. Bunt kostümiert waren die Beiden auf der Bühne schon ein „Hingucker“ unter den vielen Hästrägern in ihren traditionellen Verkleidungen, die teilweise über Generationen weiter vererbt werden.

 

Die Narrenzunft „Dornstetten 1992“ organisierte den Empfang und den närrischen Zug. Der zweite Dornstetter Narrenverein, die „Dornstetter Drillerhansele“, waren für ein anderes Schauspiel zuständig, das 20. Narrengericht.

Heuer war ihnen ein besonderes politisches Schwergewicht ins Netz gegangen und alle Beteiligten freuten sich darauf, den Delinquenten zum Abschluss auf dem historischen Marktplatz vor dem Narrengericht zu sehen.

 

Unbeeindruckt vom  Regen startete aber erst einmal der närrische Zug mit 90 Zugnummern, vielen Hästrägern,  tollen Masken und traditionellen Verkleidungen.  Ein beeindruckender farbenprächtiger Zug durch Dornstetten zum historischen Marktplatz. Es wurde großzügig mit Süßigkeiten, Konfetti und Stroh geworfen. Teufel und Hexen strubbelten, was das Zeug hielt, Karbatschen knallten und Hexenpyramiden türmten sich immer wieder auf. Guggenmusik sorgte vielfältig für eine ausgelassene Stimmung.

 

Die Zugsprecherin begrüßte die bunte lustige  Reilinger Schar und „das närrische Volk“ ließ ein „Ahoi“ durch die Straßen schallen, wobei die „Kurpfälzer“ sich nicht scheuten,  fleißig in das „Narri, Narro“ mit einzustimmen. Es war eine Augenweide, ob es die Raschdadder Nachtgrabbe waren, die Wädderhex vom Mileschdoa Tuttlingen oder die Bosensteiner Höhlenknechte, jede Gruppe begeisterte.

 

In der letzten Zugnummer wurde dann der Delinquent von der „schwarzen Liste“ Landtagskandidat Guido Wolf von den Drillerhansele auf dem Marktplatz vor das Narrengericht gezerrt. Eine ehrwürdige amüsante Gerichtsverhandlung fand mit allen Zutaten, sprich Zeugen, Verteidigern und Anklägern, statt. Allerdings hatte der Delinquent mit Bürgermeister Bernhard Haas einen Zeugen zur Seite, der ihn vor einer größeren Strafe  rettete. Obwohl sich dieser auch selbst schwäbisch spitzbübisch verteidigte und der König von Habsburg (Wolfgang Rebmann) dann nur als Strafe aufbrummte, die ganze Gesellschaft demnächst in Stuttgart ordentlich zu verköstigen.


Mit diesem unterhaltsamen mittelalterlichen Narrenschauspiel endete der närrische Tag in Dornstetten. Zumal die Kultur- und Sportvorsitzende an das närrische Volk viele Einladungen für den 2. Reilinger Nachtumzug der Narren im Januar 2017 verteilt hatte und bereits positive Rückmeldungen bekam.


sP